Dr. Günther Beckstein
| Bayerischer Ministerpräsident a.D. Mitglied im Ehrenkuratorium des Kirchenbauvereins der Regensburger Neupfarrkirche e. V.
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Bayern zählt dank seiner großartigen historischen Bauten zu den reichsten Kulturlandschaften Europas. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die evangelische Neupfarrkirche in Regensburg.
An der Stelle des heutigen Neupfarrplatzes befand sich im Mittelalter die jüdische Synagoge. Sie wurde 1519 abgerissen. Ein angebliches Wunder beim Abbruch der Synagoge führte zur Errichtung einer hölzernen Wallfahrtskapelle, die dann bis 1540 durch einen massiven Kirchenbau im Stil der Regensburger Renaissance, angelehnt an Entwürfe des Baumeisters Hans Hieber, ersetzt wurde. Mit der Reformation wurde die Neupfarrkirche 1542 zum ersten protestantischen Gotteshaus der Stadt. 1860 bis 1863 wurde durch Ludwig Foltz der bis dahin unvollendete Chor geschlossen. Auch wenn so die genialen Pläne Hiebers nicht vollständig umgesetzt sind, zählt die Kirche zu den ersten großen Renaissanceschöpfungen Süddeutschlands. Von größter Bedeutung ist nicht zuletzt die doppelläufige Treppe im Südturm.
Wie alle qualitätvollen Bauwerkedieser Art bedarf auch die Neupfarrkirche in Regensburg einer ständigen gewissenhaften Pflege. Nur so können wir das baukünstlerisch besonders wertvolle Monument für die nachkommenden Generationen erhalten.
Es liegt mir sehr am Herzen, daß die Neupfarrkirche bald wieder in ihrem ursprünglichen Glanz erstrahlt und mit der vielfältigen kulturellen Nutzung möglichst vielen Besuchern Freude bereitet. Umso mehr begrüße ich es, daß ein privater Förderverein gegründet wurde, der das Sanierungsvorhaben finanziell unterstützen möchte. Insgesamt werden für die Restaurierungsarbeiten an der Kirche rund 8 Millionen Euro benötigt.
Allen Beteiligten und Interessierten danke ich schon jetzt herzlich für ihr Engagement.
Ich hoffe, daß es im gemeinsamen Bemühen gelingt, das Projekt rasch voranzubringen.
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